Schüler filmen Museen mit Tablets

Im Projekt „Museum in a Clip“ produzieren Schülergruppen mittels Tablet eigene kleine Videoclips während eines Museumsbesuches.

Um Schülern den Museumsbesuch schmackhafter zu machen, entwickelte das UNIKATUM Kindermuseum in Leipzig 2013, begleitend zur damaligen Ausstellung, das Projekt Museum in a Clip. Im vergangenen Jahr wurde das Projekt unter Federführung des Fördervereins SAEK Zwickau weiterentwickelt. 2015 beteiligten sich 30 Museen in Leipzig und dem Kulturraum Vogtland/Zwickau an dem Projekt.

Die Grundidee des Projektes liegt darin, im Rahmen eines schulischen Museumsbesuchs einen kurzen Videoclip über das Museum, die Ausstellung oder auch nur ein Exponat zu produzieren. Die teilnehmenden Schüler nutzen dabei für die Gestaltung ihrer Clips ausschließlich Tablets. Zu Beginn des nur knapp dreistündigen Projektes steht eine halbstündige Führung durch das Museum. Aufgrund der Kürze beschränken sich die meisten Museumspädagogen dabei auf eine bestimmte Ausstellung oder auch nur auf einen Ausstellungsteilbereich. Anschließend erkunden die Schüler in Gruppen die Ausstellung auf eigene Faust, suchen sich einen für sie interessanten Bereich oder ein einzelnes Exponat heraus und entwickeln dazu eine kleine Filmidee.

_MG_9555Unterstützt werden die Schüler und Museen dabei von je zwei Medienpädagogen, welche den Schülern bei der Produktion der Beiträge unterstützend zur Seite stehen. Die Beiträge können inhaltlich frei, kritisch und originell sein, müssen sich dabei jedoch an Regeln/Etikette halten. Mit der Verwendung von Tablets orientiert sich das Projekt stark an der Lebenswelt und den Nutzungsgewohnheiten von Kindern und Jugendlichen.

Konzipiert wurde das Projekt für Schüler ab Klassenstufe 3. Beteiligt war eine Vielzahl sehr unterschiedlicher Ausstellungshäuser: Vom Museum der bildenden Künste Leipzig, über das Sächsische Apothekenmuseum bis hin zu den Priesterhäusern Zwickau. Insgesamt 30 Klassen nutzten 2015 das Projekt „Museum in a Clip“. Beim anschließenden Voting setzte sich Jugendliche des Kinder- und Jugendvereins Pleißental e.V., der Oberschule Lichtentanne und der Seminarschule Auerbach mit ihren Videoclips durch.

Das Projekt „Museum in a Clip“ verfolgt in seiner Grundidee die kulturelle Bildung mit dem Ziel zur kulturellen Teilhabe und Partizipation von Kindern und Jugendlichen. Zusätzlich entsteht durch die originellen und individuellen Beiträge eine etwas andere Art von Öffentlichkeit für die Museen. Das Projekt wird ab dem 01. Mai 2016 fortgesetzt.

Oliver Weidlich ist Gründer von zukunft-museum.de und Geschäftsführer des birnbaum media.lab. Auf zukunft-museum.de schreibt er über spannende Entwicklungen rund um Museen und Ausstellungshäuser. Als ausgebildetem Medienpädagogen liegt ihm vor allem die Vermittlungsarbeit am Herzen.

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